Pädagogisches Konzept:

Babys eignen sich Neues mit ihrem ganzen Körper und allen Sinnen an, schon hier machen sie wichtige und notwendige Erfahrungen für das spätere schulische Lernen. Eine sichere Bindung, Bewältigung der „Meilensteine“ der motorischen Entwicklung, sowie ausreichende Sinnesnahrung sind Grundpfeiler für späteren schulischen Erfolg, soziales Miteinander und positiven Selbstwert. Bewegung macht schlau! Lernen geschieht nicht nur im Kopf, sondern braucht Körperwahrnehmung, Bewegung und Sinneserfahrungen.

Pädagogische Grundelemente sind:

  • Sensorische Integration
  • Pikler-Kleinkindpädagogik
  • Montessoripädagogik

Sensorische Integration:

Ein gutes Zusammenspiel aller Sinne in Verbindung mit Bewegung ist Voraussetzung um Lesen, Schreiben, Rechnen, Verhaltensmuster und emotionale Stabilität zu erlernen.

Sowohl die Fernsinne (Riechen, Schmecken, Hören, Sehen, Fühlen), als auch die Nahsinne (Gleichgewicht, Tiefenwahrnehmung und Haut) brauchen Nahrung, das heißt ein Angebot an angenehmen Reizen.

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und das still sitzen gelingt nur dann, wenn davor ausreichende Bewegung stattgefunden hat. In der heutigen Zeit wird beobachtet, dass die Nahsinne vernachlässigt werden und aus der Bewegung kommen. Dies stellt eine Ursache für Schulschwierigkeiten dar.

Das Spielen auf dem Fußboden ist für Kinder unerlässlich, um ein gutes Gleichgewicht zu entwickeln. Daher ist es wichtig darauf zu achten wie viel Zeit die Kinder in der Schule, im Kindergarten, Krippe oder zu Hause mit dem Sitzen verbringen.

Bereits im Mutterleib entwickeln sich alle 7 Sinne, der gesunde Säugling absolviert alle Meilensteine der motorischen kindlichen Entwicklung und hat so eine gute Basis für erfolgreiches Lernen. Wichtig ist, dass das Baby und Kleinkind diese Entwicklungsstufen (Drehen, Robben, Krabbeln…) ausreichend durchläuft und gesättigt in jeder Stufe ist, um dann den nächsten Meilenstein zu erreichen. Geschieht dies nicht und ein Entwicklungsschritt wird ausgelassen, entstehen Löcher, die dazu führen können, dass das Kind Schwierigkeiten mit dem schulischen Lernen hat.

Die Sensorische Integration hilft dem Kind versäumte Entwicklungsstufen durch Spielen in einer vorbereiteten Umgebung mit Materialien zur Wahrnehmungsförderung nachzuholen.

Das Kind wir dort wo es in Sicherheit und im Gleichgewicht ist abgeholt und gestärkt um dadurch Neues zu erreichen. Oft müssen die Kinder wieder einen Schritt zurückgehen, um dann wieder einen Fortschritt zu machen.

Dazu müssen Große auch einmal wieder ganz klein sein dürfen.

Wenn ein Kind etwas nicht mag oder nicht kann, wird es niemals dazu gedrängt.

„Was man nicht kann, kann man auch nicht üben!“ Jean Ayres.

Pikler-Kleinkindpädagogik:

Die Kinderärztin Emmi Pikler war überzeugt, dass ein Kind sich am gesündesten entwickelt, wenn das Kind die Bewegungen aus eigenem Antrieb und nach eigenem Rhythmus macht ohne die lenkenden und beschleunigenden Eingriffe des Erwachsenen.

So sollen Säuglinge nicht in Positionen gebracht werden, die sie selbst noch nicht einnehmen können. Bewegungsmaterialien aus Holz nach Pikler bieten Kleinkindern, die Möglichkeit ihre Grenzen zu erfahren, sich selbst einzuschätzen, eine Bewegungsplanung, Sicherheit und ein gutes Körpergefühl zu entwickeln.

Ein weiteres Merkmal in der Pikler-Kleinkindpädagogik ist der behutsame und achtsame Umgang mit dem Kind. Dabei wird in den täglichen Pflegehandlungen wie Essen, Wickeln, An- und Ausziehen auf eine liebevolle Zuwendung und ungeteilte Aufmerksamkeit Wert gelegt, wobei sich das Kind aktiv beteiligt und entspannt. Es entsteht Beziehung und Kommunikation. Das Kind fühlt sich angenommen, gesehen und wertgeschätzt.

Beim freien Spiel bekommt das Kind Zeit zum Entdecken und Beobachten. Es sucht sich seine Aktivität selbst aus und wird nicht angeleitet oder gestört. Dabei lernt es andere zu respektieren, mit Frustrationen umzugehen und Problemlösungen zu entwickeln.

Montessoripädagogik:

Auch Maria Montessori erkannte, dass Kinder aus eigenem Antrieb lernen wollen. Das Beobachten des Kindes, um es in seiner Entwicklung und Persönlichkeit wahr- und anzunehmen und gut begleiten zu können war ihr ebenfalls wichtig. Sie ermutigte Pädagogen dazu sich zurückzunehmen, dem Kind Vertrauen in seine Fähigkeiten zu schenken und es nur dann zu unterbrechen, wenn das Kind um Hilfe bat. Sie fand heraus, dass Kinder viele Wiederholungen brauchen, sich in ein Spiel oder eine Arbeit vollständig vertiefen, wenn wir sie „lassen“ und dass Kinder bestimmte sensible Phasen durchlaufen, an denen sie besonders aufnahmebereit und empfänglich sind bestimmte Fähigkeiten zu erwerben.

Jedes Baby und Kind entwickelt sich individuell nach seinem eigenen Tempo, sowohl in der Motorik als auch im kognitiven und sozialen Bereich.
Kinder brauchen Zeit, eine vorbereitete Umgebung, Wertschätzung und Vertrauen.